BME/IHK-Region Bodensee-Oberschwaben


13.05.2016
Young Professionals

Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren

Barbara Liebermeister:  „Erfolgreich zu führen oder Kunden zu gewinnen und nachhaltig zu binden, das schaffen Sie nur persönlich“ Bild: IHK/Derek Schuh

Managementberaterin Babara Liebermeister begeisterte bei der Frühjahrs-Kooperationsveranstaltung von Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben und regionaler Gliederung des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik mit ihrem Appell für den Rendite-Faktor Mensch

Weingarten – Globale soziale Netzwerke und Kommunikationstechnologien bestimmen zunehmend unseren Alltag. Auch in der Wirtschaft eröffnen sie neue Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu treten. Gerade die Diskussion um Industrie 4.0 – derzeit in aller Munde und auch bei der IHK Bodensee-Oberschwaben auf der Agenda – befördern den Anspruch, immer mehr zu digitalisieren. „Vergessen Sie dabei aber bitte nicht, wie wertvoll der persönliche Austausch auch im digitalen Zeitalter ist“, sagte Barbara Liebermeister. Die Managementberaterin, Autorin und Rednerin begeisterte mit ihrem Appell für den „Rendite-Faktor Mensch im digitalen Zeitalter“ die rund 60 Teilnehmer einer Kooperationsveranstaltung von Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) und der Region Bodensee-Oberschwaben des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). „Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren“, so ihre Botschaft. Egal ob Mitarbeiter oder Kunde: Der Mensch sollte immer im Mittelpunkt stehen, denn das rechne sich auch wirtschaftlich.

Erhebungen haben ergeben, dass jeder von uns 88 Mal am Tag sein Handy anmache, so Barbara Liebermeister. Acht Stunden Schlaf abgerechnet, werde somit in etwa alle 18 Minuten das Alltagsgeschehen durch den Griff zum Handy unterbrochen. Kurz vor dem Schlafengehen noch mal die Mails zu checken und morgens mit einem ersten Blick aufs Handydisplay wach zu werden, sei für viele längst Alltag geworden. Das persönliche, zwischenmenschliche Miteinander gehe dabei vielfach verloren. „Steuern Sie daher Ihr Smartphone und lassen Sie sich nicht von Ihrem Smartphone steuern“, riet Barbara Liebermeister. „Erfolgreich zu führen oder Kunden zu gewinnen und nachhaltig zu binden, das schaffen Sie nur persönlich“, betonte sie. Dies hätten zahlreiche Umfragen und Unternehmenskontakte des „Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter“ bestätigt. Sie selbst ist Gründerin und Leiterin des Instituts, das die Managementkultur im Zeitalter der Digitalisierung erforscht und fördert. „Emotionen siegen über rein rationale Erwägungen“, betonte sie. Vor allem Empathie und Vertrauen bildeten wichtige Voraussetzungen für eine gute Mitarbeiterführung, aber auch für ein erfolgreiches Kundenmanagement oder die Einführung eines neuen Produktes am Markt. Empathie und Vertrauen aber gebe es nicht digital, selbst wenn moderne Kommunikationstechnologien im Alltagsgeschäft vieles erleichterten, so Barbara Liebermeister. Der Mensch habe Gefühle, Träume, brauche Sicherheit und bestehe nicht aus Bits und Bytes. Vielfach entspreche die Realität nicht dem digitalen Bild eines Menschen, gab sie zu bedenken. Enttäuschungen seien dadurch vorprogrammiert. Wer jedoch den Menschen im Gegenüber erkenne und anspreche, mache Begegnungen zum Erlebnis und erhöhe den Rendite-Faktor. Aus Geschäftskontakten könnten so wertvolle dauerhafte Beziehungen entstehen. „Es sind die Menschen, durch die man seine Ziele erreicht – auf persönlicher und unternehmerischer Ebene“, so die Managementberaterin. „Der Mensch ist das spannendste Produkt.“

Jürgen Schatz von der IHK verwies in der anschließenden Diskussion darauf, dass gerade der persönliche Kontakt eine Stärke der kleinen und mittelständischen Unternehmen sei. Daher sei es wichtig, sich auf diese Stärke zu besinnen und die richtigen Rahmen für persönlichen wie für den digitalisierten Prozess zu schaffen.

Quelle: Medieninformation Nr. 68/16 der IHK Bodensee-Oberschwaben, Nina Gerstenkorn


Bildergalerie


Weiterempfehlen